Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen

Der Politiker

20.12.2013

A. Ich bin Politiker geworden weil ich gemerkt habe, dass ich Politiker sein will. Ich war ein Idealist, ich wollte das System stürzen. Heute sehe ich die Welt wahrscheinlich realistischer als damals. Früher dachte ich, unsere Welt brauche eine Revolution. Heute bin ich überzeugt davon, dass wir Evolution brauchen. Evolution statt Revolution. Der Leidensdruck nach der Wirtschaftskrise ist noch nicht genug gross, als dass wir uns ändern würden. Wir sind nicht bereit für eine Revolution. Was wir brauchen sind mehr Leute, die Verantwortung übernehmen. Ein stärkeres Engagement für die Gemeinschaft.

B. Das Interessante an Politik ist, dass jeder genau weiss, was getan werden muss. Wohin sich die Gesellschaft bewegen muss. Viel wichtiger als die Frage nach dem Wohin ist für mich aber die Frage nach dem Wie. Ich wurde Bürgermeister, weil ich verändern wollte. Ich muss in dieser Position sein, um etwas verändern zu können.

C. Am YPAC bin ich um den schlechten Ruf, den Politiker haben, abzubauen. Die national agierenden Politiker, die dem Parteiprogramm folgen müssen, sind andere als wir. Sie sind die, die den schlechten Ruf machen. Wir arbeiten auf kommunaler Ebene. Wir übernehmen die Umsetzung der Vorgaben, die uns gemacht werden. Wir übernehmen die Verantwortung für das, was die anderen bestimmen.

D. Ich bin überzeugt, dass wir den Jungen zuhören müssen. Das es effizienter ist, den Jungen zuzuhören, als sie direkt in den politischen Prozess zu integrieren. Jungpolitiker werden auf dem politischen Parkett oft nicht wahr- oder zumindest nicht ernstgenommen. Damit kämpfen auch viele der Jungen, vor allem in Slowenien und Frankreich. Vielleicht liegt es aber auch an ihnen, mit viel Ausdauer zu kämpfen, bis ihre Worte genug wiegen. Vielleicht fehlt ihnen die Geduld? Die Geduld, zu warten, bis sie alt genug sind um ernstgenommen zu werden? Vielleicht erkennen sie nicht, was ihnen noch alles an Erfahrung fehlt um am politischen Prozess teilnehmen zu können? Und vielleicht ist genau dieses Nicht-ernst-genommen-werden, was sie in ihrer Entwicklung brauchen.

E. Wir müssen Lösungen für unsere Probleme finden, die nicht noch mehr Probleme schaffen. Ich finde Veranstaltungen wie das YPAC sehr gut. Der politische Nachwuchs wird so gefördert. Es ist für mich auch ein Thinktank. Hier kann ich neue Ideen sammeln oder mich an alte erinnern, die ich vergessen habe und heute umsetzbarer sind. Ich fühle bei den Jungen hier eine Motivation und einen Idealismus die eine starke Anziehungskraft haben. Es zieht mich mit.

Autor: Patrick Tobler, Schweiz

Dieser und viele andere Texte wurden während des Jugendparlaments zur Alpenkonvention YPAC 2013 in Sonthofen von einem Mitglied der Folio-Gruppe verfasst. Das gesamte Folio ist auf www.ypac.eu/past-ypacs/ypac-2013/folio gratis als Download verfügbar.

Das Jugendparlament zur Alpenkonvention wurde 2006 vom Akademischen Gymnasium Innsbruck ins Leben gerufen und findet seither jedes Jahr in einem anderen Alpenland statt. Das YPAC 2013 "Meine Alpenstadt der Zukunft - Forderungen der Jugend zur nachhaltigen Entwicklung alpiner Städte im Sinne der Alpenkonvention" wurde organisiert vom Verein "Alpenstadt des Jahres", der Stadt Sonthofen ("Alpenstadt des Jahres 2005") und vom Gymnasium Sonthofen sowie fachlich unterstützt von der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA. Ermöglicht wurde das Jugendparlament dank der grosszügigen Unterstützung von u. a. dem EU-Programm "Jugend in Aktion", den bayrischen und deutschen Umweltministerien.

Chamonix GapChambéryBrig-GlisSondrioSonthofenHerisauTrentoBozenBad ReichenhallBad AusseeBellunoVillachMariborIdrija Annecy Lecco Tolmezzo Tolmin karte_alpen.png

 

 

 

 
Benutzerspezifische Werkzeuge