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Wie viel Zeit bleibt uns?

20.12.2013

30 Jahre sind eine lange Zeit. Ich werde vielleicht eine Familie haben, vielleicht auch nicht, werde Dinge vergessen und verdrängt, werde gearbeitet und hoffentlich auch Dinge genossen haben. Vielleicht habe ich Erfolg im Beruf, vielleicht werde ich auch bei McDonalds arbeiten - wenn es Fast Food dann noch gibt.

Liechtenstein wird wohl nicht mehr das gleiche Land sein, das es jetzt ist. Zugebaut, zugemüllt, verdrecktes Quellwasser, Autoverkehr zusammengebrochen, schlechte Infrastruktur. Vielleicht haben sich auch die revolutionären Gedanken der Jugend durchgesetzt und es gibt keinen Fürsten mehr - oder seine Rechte sind zumindest eingeschränkt.

Das Bankenwesen könnte völlig zusammengestürzt sein und es gäbe nicht einmal mehr schwarze Listen, auf denen Liechtenstein stehen könnte.
Das alles könnte, ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, Realität werden, wenn alles so weiterläuft, wie es jetzt ist. Wenn niemand die Stimme erhebt, Vorschläge bringt und durchsetzen kann, wenn keine Einsicht und Einstimmigkeit herrschen, stattdessen Engstirnigkeit und Bitterkeit. Wenn die Alten nicht kämpfen, weil keine Veränderungen sichtbar werden und die Jungen nicht, weil sie keine Ahnung haben.

Doch die Zeit für Veränderungen ist jetzt, auch wenn in der Alpenregion noch kein Wassermangel herrscht und die Sonne noch nicht kurz vor der Explosion steht. Die Zukunft heisst: Stärkung der regionalen Märkte, Gerechtigkeit im Bildungs- und Sozialwesen, fairer Handel. Stichworte, die jeden Politiker mit Angstschweiss erfüllen. Vor allem, wenn der wählenden Bevölkerung klar wird, dass diese Themen im eigenen Land bis dahin kaum beachtet wurden, doch für die Zukunft entscheidend sind.

Heute geht es uns gut, doch in 30 Jahren? Warum mit der Veränderung warten, wenn es sie auch schon jetzt geben kann?
Ich will nicht, dass im Jahr 2043 ein schlecht rasierter Politiker mit Fettflecken auf der Krawatte und leeren Augen am Rednerpult steht und in müdem Ton vom Telepromter abliest: "Die Veränderung kommt zu spät, jetzt nützt es nichts mehr."
Veränderungen sind ein ständiger Prozess und 30 Jahre sind eine lange Zeit. Und doch ist die Frage, wie viel Zeit uns wirklich bleibt?

Autorin: Isabella Ospelt, Liechtenstein

Dieser und viele andere Texte wurden während des Jugendparlaments zur Alpenkonvention YPAC 2013 in Sonthofen von einem Mitglied der Folio-Gruppe verfasst. Das gesamte Folio ist auf www.ypac.eu/past-ypacs/ypac-2013/folio gratis als Download verfügbar.

Das Jugendparlament zur Alpenkonvention wurde 2006 vom Akademischen Gymnasium Innsbruck ins Leben gerufen und findet seither jedes Jahr in einem anderen Alpenland statt. Das YPAC 2013 "Meine Alpenstadt der Zukunft - Forderungen der Jugend zur nachhaltigen Entwicklung alpiner Städte im Sinne der Alpenkonvention" wurde organisiert vom Verein "Alpenstadt des Jahres", der Stadt Sonthofen ("Alpenstadt des Jahres 2005") und vom Gymnasium Sonthofen sowie fachlich unterstützt von der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA. Ermöglicht wurde das Jugendparlament dank der grosszügigen Unterstützung von u. a. dem EU-Programm "Jugend in Aktion", den bayrischen und deutschen Umweltministerien.

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