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Lecco: Weichen gestellt für enkeltaugliche Stadtpolitik

16.04.2013

Am 5. April eröffnete Lecco feierlich sein Alpenstadt-Jahr. Mit dabei eine Delegation des Jugendparlaments zur Alpenkonvention. Gemeinsam setzten sie Initiativen für mehr Nachhaltigkeit in den Alpenstädten.

Die Auszeichnung zur Alpenstadt des Jahres 2013 ist eine Ehre und zugleich eine besondere Verantwortung, der wir, gemeinsam mit den Menschen in unserer Stadt, gerecht werden wollen, erklärte Virginio Brivio, Bürgermeister der Stadt Lecco, bei der offiziellen Eröffnungsfeier. Mit dabei waren unter anderem vier Vertreter der Jugendparlaments zur Alpenkonvention (YPAC) sowie die Bürgermeister der Alpenstädte Annecy, Bad Aussee, Belluno, Idrija und Sonthofen und Vertreter aus Politik und Verwaltung von Bad Reichenhall, Bozen, Brig, Herisau, Gap, Sondrio und Villach.

Themen im Alpenstadt-Jahr: Wasser, Mobilität, Energieverbrauch

Lecco, Hauptstadt der gleichnamigen lombardischen Provinz, zieht täglich mehrere tausend Pendler an. Die Fragen nach einer umweltverträglichen Mobilität und nach einer Verbesserung der Luftqualität sind daher besonders dringend. Die frisch gekürte "Alpenstadt des Jahres 2013" wird hierzu erfolgreiche Initiativen ausbauen: Der "Piedibus", mit dem rund 650 Kinder zu Fuss in die Schule kommen und so jährlich acht Tonnen CO2 vermeiden, wird neu auch am Nachmittag angeboten. Ausgeweitet wird auch das Netz der Fahrradwege und das "bike sharing"-Angebot.

Lecco setzt weiter auf Anreize für das energieeffiziente Bauen und will die öffentliche Beleuchtung auf energieeffizienteres LED umstellen. Das Alpenstadt-Jahr steht schliesslich auch im Zeichen des Wassers: Die Kläranlage wird modernisiert und vergrössert, die Bevölkerung für den umsichtigeren Umgang mit der begrenzten Ressource Wasser sensibilisiert und drei kleine Flüsse, die innerhalb der Stadt in den See münden, werden renaturiert. Für Ende Oktober ist eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema Wasser und Klimawandel geplant.

"Alpenstadt des Jahres" als Gewinn für einen Lebensraum

Wasser und Klimawandel waren neben Kultur auch die zentralen Themen von Annecy, "Alpenstadt des Jahres 2012". "Diese Auszeichnung hat uns bestärkt in unseren Entscheidungen für einen Schutz der Alpen und unserer Umwelt", so Jean Luc Rigaut, Bürgermeister, bei der Titelübergabe. Dass die Auszeichnung Ansporn sein kann, strategische Weichen zu stellen, machten auch Hubert Buhl, Bürgermeister von Sonthofen und Vorsitzender des Vereins, sowie Helmuth Moroder, Generaldirektor der Stadt Bozen, deutlich.

"Das Alpenstadt-Jahr 2005 war Anlass, Sonthofen als Stadt in den Alpen zu positionieren, die sich der nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat", so Buhl. Die Alpenkonvention stehe heute im Leitbild. Konkret wurde unter anderem das Gymnasium aus den 1970er Jahren vorbildhaft energetisch saniert. Bozen hatte seinerseits in seiner Bewerbung als "Alpenstadt des Jahres 2009" die Klimaneutralität als Ziel formuliert. Die Stadt werde in den nächsten zwanzig Jahren durch die Sanierung von Gebäuden und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs 160 Millionen Euro Energiekosten einsparen, so Moroder.

Alpenstädte wollen mehr Jugendbeteiligung

Um eine nachhaltige Stadtentwicklung ging es auch am Samstag, 6. April, bei der Mitgliederversammlung des Vereins "Alpenstadt des Jahres", an der vier Vertreter des Jugendparlaments zur Alpenkonvention teilnahmen. Sie hatten im März in Sonthofen gemeinsam mit weiteren 80 Jugendlichen unter dem Motto "Meine Alpenstadt der Zukunft - Forderungen der Jugend zur nachhaltigen Entwicklung alpiner Städte im Sinne der Alpenkonvention" diskutiert. Ergebnis waren zehn Resolutionen zu den Themen Konsumverhalten, Mobilität, Wohnen und Arbeiten in der Stadt sowie Tourismus und Freizeit. Mit ihrer Umsetzbarkeit setzten sich die Jugendlichen mit den Alpenstadt-Vertretern gemeinsam an der Mitgliederversammlung auseinander. "Der Alpenraum betrifft alle", sagt Alen Rajšp aus Maribor. "Die Mitbestimmung durch Jugendliche, wie beim YPAC und unsere Anwesenheit bei der Mitgliedsversammlung, ist der richtige Weg."

Einer Forderung kommen die Städte nach: Sie sicherten zu die Jugendlichen bei der Planung und Gestaltung von innerstädtischen Naherholungsgebieten als Experten miteinbeziehen. Initiativen dazu werden beim nächsten Treffen der Alpenstädte am 20. September in Gap vorgestellt. Um die Jugendbeteiligung längerfristig voranzubringen, haben die Alpenstädte ausserdem beschlossen, einen gemeinsamen und professionell begleiteten Erfahrungsaustausch zu organisieren.

Das YPAC 2013 wurde mit Unterstützung des Vereins organisiert mit dem Anspruch, die Politik möge die Forderungen der Jugendlichen stärker als bisher beachten. Daher nahmen am YPAC in Sonthofen unter anderem Politiker aus Annecy, Herisau, Trento, Villach und Idrija teil. Diese Alpenstädte werden auch eine YPAC-Delegation ihres Landes einladen, ihre Forderungen dem jeweiligen Gemeinderat vorzustellen. Die ersten dieser Treffen finden im Mai in Herisau und Trento statt.

YPAC-Resolutionen und weitere Informationen: www.ypac.eu, www.cipra.org/de/alpmedia/news-de/4817, www.alpenstaedte.org/de/aktuell/news/4797

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